Lernzugänge

Wirkung · Lernen · Entwicklung

Wirkung kann über unterschiedliche Zugangspunkte zum Lerngegenstand werden.

Vor einer Handlung kann mögliche Wirkung erschlossen (A) oder eine bestehende Wirkungsherleitung geprüft werden (B).

Ist nach einer Handlung tatsächliche Wirkung bereits entstanden, kann ihr Zustandekommen rückbezogen (C) oder es kann erschlossen werden, was durch diese Wirkung jetzt weiter möglich ist (D).

Daraus entstehen vier eigenständige Lernzugänge innerhalb einer rekursiven Lernspirale.

A · Wirkungserschließung

Hierbei geht es um die Frage,

was die tatsächlichen Bedingungen für mögliche Wirkung hergeben.

Um diese Frage beantworten zu können,

bestimmen wir das Ausgangsmerkmal, von dem aus die für mögliche Wirkung relevanten Bedingungen des tatsächlichen Wirkzusammenhangs erschlossen werden können.

Aus zugänglichen Realbefunden wird nachvollziehbar,

welche relevanten Unterschiede bestehen,

wie diese verarbeitet werden,

welcher Wirkmechanismus daraus tragen könnte,

welche Wirkrichtung möglich wird

und

welche unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten daran anschließen könnten.

So wird mögliche Wirkung erschließbar, ohne eine Handlung vorzugeben.

B · Wirkungsherleitungsprüfung

Hierbei geht es um die Frage,

ob die tatsächlichen Bedingungen das hergeben, was eine behauptete Wirkung voraussetzt.

Um diese Frage beantworten zu können,

bestimmen wir das Prognosemerkmal, an dem sich prüfen lässt, welche Bedingungen eine behauptete Wirkung voraussetzt.

Dafür wird rekonstruiert,

welcher Maßstab zugrunde liegt,

welche Wirkung behauptet wird

und

welche Wirklogik dafür tragen müsste.

An den tatsächlichen Bedingungen wird anschließend unterscheidbar,

ob die Herleitung trägt

oder

ein Maßstabsbruch, Wirkbruch oder Logikbruch vorliegt.

Die Prüfung macht die Wirkungsherleitung einer bestehenden Bewertung, Entscheidung oder Maßnahmenempfehlung zugänglich, ohne diese zu ersetzen.

C · Wirkungsrückbezug

Hierbei geht es um die Frage,

was die tatsächliche Wirkung so auszeichnet, dass ihr Zustandekommen anhand realer Befunde unterscheidbar wird.

Um diese Frage beantworten zu können,

bestimmen wir das Alleinstellungsmerkmal, an dem sich konkurrierende Erklärungen ihres Zustandekommens unterscheiden lassen.

Von der tatsächlich entstandenen Wirkung aus wird rekonstruiert,

welche realen Bedingungen,

relevanten Unterschiede,

Verarbeitungen

und Wirkmechanismen

ihr Zustandekommen erklären können.

Entscheidend ist,

welche Realbefunde zwischen diesen Erklärungen unterscheiden.

Das Alleinstellungsmerkmal behauptet keine einzelne Ursache.

Es schafft kausale Unterscheidbarkeit.

D · Entwicklungserschließung

Hierbei geht es um die Frage,

welchen Unterschied die tatsächliche Wirkung für das macht, was jetzt weiter möglich ist.

Um diese Frage beantworten zu können,

bestimmen wir das Differenzierungsmerkmal, an dem sich der Unterschied zwischen der veränderten Realität und den zuvor zugänglichen Möglichkeiten erkennen lässt.

Dadurch wird nachvollziehbar,

was sich tatsächlich verändert hat

und

welche Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten dadurch jetzt zusätzlich,

anders

oder nicht mehr zugänglich sind.

So wird weitere Entwicklung erschließbar, ohne vorzugeben, wie es weitergehen soll.

Vier Zugänge. Keine vorgeschriebene Reihenfolge.

A, B, C und D sind keine aufeinanderfolgenden oder voneinander abhängigen Stufen.

Jeder Zugang kann eigenständig dort beginnen, wo sein Lerngegenstand real zugänglich wird.

Ein Ergebnis kann wiederum zum Realbefund werden und denselben oder einen anderen Lernzugang eröffnen.

So wird Lernen rekursiv.

Dadurch können Funktionsfähigkeit und Entwicklungsfähigkeit immer wieder aufeinander bezogen werden: Was trägt funktional zum Zweck – und was hält weitere Entwicklung offen?

Dabei bleibt die gemeinsame Grenze erhalten:

Notwendigkeit auf Wirkungsebene bedeutet nicht Notwendigkeit auf Handlungsebene.

Kurzformel

Vier eigenständige Zugänge.

Ein rekursiver Lernprozess.

Wirkung nachvollziehbar machen.

Entwicklung selbstbestimmbar halten.

handlungswandel
gemeinnützige GmbH

Sudetenstraße 15
64319 Pfungstadt

+49 6157 807 40 20
mail@handlungswandel.de

Navigating Sustainability.

making structures readable.

Unser Spendenkonto
IBAN: DE10430609671330253400
BIC: GENODEM1GLS

2019-2026 handlungswandel